Was ist erlaubt in meinem Garten und was nicht? (Teil 1)

Ist es erlaubt sich nackt in seinem Garten aufzuhalten? Oder handelt es sich, insofern mich Passanten oder Nachbarn dabei sehen, um Erregung öffentlichen Ärgernisses?

Grundsätzlich ist es Ihnen erlaubt sich in Ihrem Garten aufzuhalten, wie sie wollen. Allerdings gibt es auch hier, wie so oft, Ausnahmen.

  • Wenn Ihr Garten nach hinten heraus liegt und von einer Hecke umgeben ist, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Insofern trotzdem wer einen Blick erhaschen sollte, sind Sie hier auf jeden Fall im Recht.
  • Auch wenn Ihre Nachbarn am Gartentor vorbeigehen und Sie dabei nackt sehen, verhält es sich nicht anders. Wenn diese sich dadurch belästigt fühlen, müssen sie damit leben.
  • Anders verhält es sich, wenn Ihr Garten gut einsehbar ist vom Bürgersteig oder Spazierweg. In diesem Fall könnte Ihr nackter Anblick als Belästigung der Allgemeinheit gewertet und mit einem Bußgeld geahndet werden.

Können Tierlaute aus meinem Garten als Lärmbelästigung gelten?

Es ist vollkommen natürlich, dass Tiere Laute von sich geben. Es gilt allerdings trotzdem zu beachten, dass wenn diese die normale Lautstärke überschreiten, als Lärmbelästigung aufgefasst werden können.

Frösche können im Gartenteich einen ganz schönen Lärm veranstalten. Und obwohl diese so genannten Froschkonzerte den einen oder anderen Nachbar sicherlich in den Wahnsinn treiben, können diese dagegen rein gar nichts unternehmen. So hat der Bundesgerichtshof beschlossen, dass das geänderte Umweltbewusstsein und der Artenschutz neben den natürlichen Gewässern auch bei künstlichen beachtet werden müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Besitzer die Tiere selbst in den Teich gesetzt hat oder diese zugewandert sind. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Frösche geschützt und daher ist es auch verboten diese zu entfernen. Auch ist es nicht erlaubt, den Teich zuzuschütten oder den Froschlaich zu herauszufischen. Eine Ausnahmeregelung wird hier in der Regel nur in Härtefällen erteilt.

Bei dem Krähen eines Hahns hingegen verhält sich die Rechtslage hingegen anders: Das Landgericht München hat entschieden, dass aufgrund der besonderen Lästigkeit, Plötzlichkeit und Lautstärke der Nachbar einen Anspruch auf Unterlassung der Lärmbelästigung hat. In ländlichen Gebieten ist das Krähen des Hahns jedoch ortsüblich und daher zu dulden.

Für Hunde gibt es strickte Ruhezeiten, die einzuhalten sind. Das Oberlandesgericht Köln hat entschieden, dass Gebell, Jaulen oder Winseln auf dem Nachbargrundstück nur außerhalb der Zeitspannen von 22 bis 6 Uhr und 134 bis 15 Uhr zu hören sein darf. Weiterhin darf das Geräusch nicht länger als zehn Minuten ununterbrochen zu hören sein und auch nicht mehr als 30 Minuten insgesamt über den Tag. Auch Wachhunde sind von dieser Regelung nicht ausgenommen.

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Eplinius
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