Umdrehen nach dem Kind- grob fahrlässig!

VERKEHRSRECHT-Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Der rasche Schulterblick zur Rückbank gehört zum Autofahrer-Alltag. Doch Achtung: Länger als „ganz kurz“ ist gefährlich und wird teuer.

In einem Fall –von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitgeteilt- befuhr ein Mann mit seinen Kindern auf dem Rücksitz eine Autobahn. Er nahm bei einem kurzen Blick nach hinten wahr, dass Sohn einen Gegenstand in der Hand hielt. Er drehte sich nach hinten zu dem Kind um und bemerkte dadurch nicht, dass Motorrad vor ihm abbremste. Es kam zum Unfall, er fuhr auf das  Motorrad auf.

Der Fahrer rechnete seinen Schaden bei seiner Kasko ab.  Da diese im Falle grob fahrlässiger Herbeiführung eines Schadens jedoch berechtigt war, ihre Zahlung zu kürzen, stritten die Parteien über dieses Kürzungsrecht vor Gericht.

50 % stünden ihr zu, entschied das Gericht. Der Fahrer habe den Kradfahrer vor ihm für die Zeit des Umblickens nach hinten nicht mehr wahrnehmen können. Jedem Fahrer müsse hier einleuchten, dass das sehr gefährlich ist. Wenn er in einer solchen Verkehrssituation auf der Autobahn seinen Blick länger als nur ganz kurz deutlich abwende, lasse er hingegen die erforderliche Sorgfalt schwerwiegend außer Acht.

Er blieb auf 50% des eigenen Schadens trotz einer Kaskoversicherung sitzen.

 

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Eplinius
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