Haftung

Auf das Blinken des anderen vertrauen…?

VERKEHRSRECHT-Tips von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Herr Eplinius, in einer Verkehrssituation habe ich auf einer Vorfahrtsstraße erst rechts geblinkt und bin dann doch geradeaus weitergefahren. Dadurch kam es fast zum Unfall mit einem anderen Fahrzeug. Hätte ich Schuld am Unfall gehabt? Andre D., Potsdam

Zumindest eine Teilschuld. Wer trotz gesetztem Blinker weiter geradeaus fährt und dadurch einen Unfall verursacht, muss unter Umständen für den Schaden aufkommen, auch wenn er eigentlich Vorfahrt gehabt hätte. Ein Autofahrer blinkte rechts und fuhr trotzdem auf der Vorfahrtsstraße geradeaus weiter. An der Kreuzung fuhr eine Frau aus einer Seitenstraße auf die Fahrbahn auf, da sie dachte, der Autofahrer wolle nach rechts abbiegen. Als dieser geradeaus weiterfuhr, kam es zum Unfall. Das Gericht war der Meinung, dass der Wartepflichtige zwar grundsätzlich seine Wartepflicht beachten muss. Er durfte hier aber auch darauf vertrauen, dass der Vorfahrtsberechtigte auch nach rechts abbiegen wird. Das Gericht urteilte schließlich 50 zu 50.

Mein Tipp: In manchen Fällen bekommt der falsch Blinkende mehr, in anderen Fällen sogar noch weniger zugesprochen. In jedem Fall gilt: Der Blinkende sollte nach einer Korrektur des Blinkers lieber vorsichtig weiterfahren, da er sonst trotz Vorfahrt haftet. Und der Wartende sollte lieber nicht auf das Blinken des anderen vertrauen; schließlich muss er trotzdem die Vorfahrt beachten und bleibt sonst möglicherweise auch auf einem Teil des Schadens sitzen…


Sturz im Bus – Haftet der Busfahrer?

VERKEHRSRECHT-Tips von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Herr Eplinius, vor kurzem bin im 694er Bus beim Anfahren nach einer Haltestelle gestürzt. Ich hielt das Fahrmanöver für sehr abrupt und konnte mich nicht rechtzeitig festhalten. Trägt der Busfahrer die Schuld daran? Walter M., Potsdam

Grundsätzlich nicht. Nach einem aktuellen Urteil des OLG Celle haftet ein Fahrgast, der beim Anfahren stürzt, grundsätzlich allein, da er sich nach dem Einsteigen nicht sofort festen Halt verschaffte. Weiterlesen

Ein Stein wird hochgeschleudert…

VERKEHRSRECHT-Tips von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

 

Zum Fall: Ein auf der Autobahn liegender Stein wurde durch den vorausfahrenden Lkw aufgewirbelt. Er traf die Windschutzscheibe des Autos des Klägers. Der Kläger nahm den Fahrer und die Haftpflichtversicherung des Lkw auf Schadensersatz in Anspruch.

Die Klage ging letztlich ins Leere. Weiterlesen

Fahren in der Motorradgruppe… Erlaubt?

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Herr Eplinius, für mich als Motorradfahrer geht’s in den ersten warmen Tagen wieder rauf auf die Maschine. Oft fahren meine Kumpels und ich dabei relativ dicht in einer Gruppe. Dürfen wir dies eigentlich? Bernd M., Nuthetal

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Radfahrer: Helmpflicht bei sportlicher Fahrweise

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Ein Rennradfahrer ist verpflichtet, einen Helm zu tragen. Wird er in einen Unfall verwickelt und verletzt, kann der fehlende Helm dazu führen, dass die Haftung für ihn höher gesetzt wird, auch wenn er den Unfall nicht verursacht hat. Das berichten die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Verweis auf eine Entscheidung des OLG München.

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