Radfahren im Straßenverkehr – Häufig gestellte Fragen

Wie Autofahrer auch, müssen sich Radfahrer an einige Verkehrsregeln halten. Aber ist das Absteigen am Zebrastreifen beispielsweise wirklich Vorschrift? Ist es eigentlich erlaubt während der Fahrt Musik zu hören und müssen Radwege immer genutzt werden?

Seit Beginn der Pandemie sind viele Menschen aufs Fahrrad umgestiegen. Experten rechnen mit vielen, die auch weiterhin nach der Krise als Radler unterwegs sein werden. Anlass genug, um oft gestellte Fragen zu beantworten:

Muss ein Radweg auch immer benutzt werden, wenn er da ist?

Nein, muss er nicht. Diese Regelung gilt nur, insofern der Radweg auch mit einem der drei blauen Radweg-Schilder gekennzeichnet ist. Zudem muss der Radweg gut befahrbar sein. Wenn Gegenstände, Autos, Mülltonnen, ect. den Weg versperren oder er von Wurzeln überwuchert ist, darf auf die Straße ausgewichen werden. Ist der Radweg nicht mit dem entsprechenden Schild versehen, kann jeder selbst die Wahl treffen, welchen Weg er oder sie wählt.

Müssen Radfahrer immer hintereinanderfahren?

Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern ist erlaubt, sofern der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Auf Fahrradstraßen darf in jedem Fall nebeneinander gefahren werden.

Ist es verboten während des Fahrradfahrens Musik zu hören auf Kopfhörern?

Auf Kopfhörern Musik zu hören ist nur dann verboten, wenn dabei das Gehör wesentlich beeinträchtigt wird. Grundsätzlich ist es aber erlaubt, wichtig ist nur, dass hierbei nicht das Fahrverhalten beeinträchtigt wird. Beispielsweise muss immer noch gewährleistet sein, dass Warnsignale wahrgenommen werden können.

Darf ich mit Alkohol im Blut Fahrrad fahren?

Bereits bei einem Promillewert von 0,3 macht sich der Fahrer oder die Fahrerin strafbar und haftet bei einem Unfall, wenn es aufgrund dessen zu Fehlverhalten im Straßenverkehr gekommen ist. Ab der 1,6 Promille-Grenze machen sich Radfahrende auch ohne eine erkennbare Fahrunsicherheit strafbar. Dann kann es zu einem Bußgeld oder dem Entzug des Führerscheins kommen.

Darf ich mit dem Rad über einen Zebrastreifen fahren?  

Der beim Zebrastreifen gewährleistete Vorrang ist nur dann wahrzunehmen, wenn vom Rad abgestiegen und geschoben wird. Wer über den Zebrastreifen fahren möchte, muss jedoch alle querenden Fahrzeuge zunächst durchlassen.

Gelten Tempolimits auch für Radfahrende?

Wenn kein Verkehrsschild die Geschwindigkeit regelt, können Radfahrer so schnell fahren, wie sie wollen. Die allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften gelten nur für Kraftfahrer.

Wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorhanden ist, müssen rasende Radler allerdings auf die Bremse treten. Auf Spielstraßen oder Gehwegen darf beispielsweise nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Fall diese Begrenzung überschritten wird, ist ein Bußgeld fällig. Wenn dabei Fußgänger gefährdet werden, erhöht sich der Betrag, inklusive eines Punktes in Flensburg.

Darf ich mit dem Fahrrad falsch herum in eine Einbahnstraße fahren?

Nein, nur wenn dies durch eine entsprechen Beschilderung erlaubt ist.

 Der Potsdamer Rechtsanwalt Mark Eplinius ist Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Strafrecht.  Die Anwälte der Kanzlei Am Silbergraben 22 unterstützen Sie mit einer kostenlosen Kurzinfo unter 0331 / 231 801-0 oder unter www.eplinius.de.

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