Zu schnell im Schnee – trotzdem Schadensersatz?

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Wenn ein Fahrzeug bei Schneetreiben und Matsch auf der Autobahn mit unangemessenen 80 Stundenkilometern unterwegs ist, geht bei einem Unfall nicht automatisch der Schadensersatzanspruch verloren. Über ein solches Urteil des Landgerichts Ellwangen informieren die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Zum Fall: Ein Autofahrer war auf einer Autobahn bei dichtem Schneetreiben und Matsch  mit ca. 80 km/h unterwegs. Als plötzlich ein liegengebliebenes Fahrzeug auftaucht, musster der Fahrer plötzlich ausweichen und fuhr in einen Graben.

Das Landgericht Ellwangen stellte zwar eine unangemessene Geschwindigkeit fest, sagte aber deutlich, dass dem Fahrer trotzdem Schadensersatz in Höhe von mindestens zwei Dritteln seines Schadens zustünde. Das gelte auch, obwohl er aufgrund der zu hohen Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig vor dem liegengebliebenen Fahrzeug anhalten konnte  und zur Unfallvermeidung  in den Graben gefahren sei. Das Mitverschulden des liegengebliebenen Fahrers sei nämlich höher zu bewerten. Das Gericht war der Ansicht,  dass eine der Witterung und den Bodenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit keinen schwerwiegenden Verstoß darstelle, weil dieses Fehlverhalten im Verkehr ständig zu beobachten und nicht außergewöhnlich sei.

Mein Tipp: Gerade auch bei Schneeunfällen sollte man sich immer anwaltlicher Hilfe versichern. Wir setzen Ihre Rechte gegenüber der Versicherung durch – es geht um das Geld, das Ihnen zusteht. Denn oft unterlassen es Geschädigte aus Unkenntnis, ihnen zustehende Ansprüche geltend zu machen. Und die Anwaltskosten zahlen entweder die Versicherung des Unfallverursachers oder Ihre Rechtsschutzversicherung!


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