Was kostet ein „Stinkefinger“?

VERKEHRSRECHT-Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam

Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Juristisch handelt es sich bei einem Vogel, dem Stinkefinger oder der rausgestreckten Zunge um eine Straftat als Beleidigung. Für Beleidigungen im Straßenverkehr drohen üblicherweise Geldstrafen. Die Höhe ist dabei abhängig von den Umständen der Tat und  den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters.

Meistens gibt es für eine Beleidigung in Form eines „Vogels“ 20 bis 30 Tagessätze. Bei einem monatlichen Einkommen von 1.500 Euro wären damit 1.000 bis 1.500 Euro fällig. Die rausgestreckte Zunge und der „Scheibenwischer“ kommen dem Täter dagegen meist etwas günstiger. Das aus Daumen und Zeigefinger gebildete A… wird dagegen wieder etwas härter bestraft. Auch die indirekte Beleidigung („Am liebsten würde ich Sie jetzt A…loch nennen.“) wird als Straftat gewertet. Straffrei bleiben: Sich mit der Hand an die Stirn schlagen, sich die Hand vor die Augen halten oder den Kopf angewidert wegdrehen. Von den Gerichten unterschiedlich behandelt wird der so genannte Doppelvogel mit  beiden Zeigefingern an beiden Schläfen.

Einen besonderen Straftatbestand „Beamtenbeleidigung“ gibt es nicht. Dennoch kann die Beleidigung eines Polizisten oder Politesse richtig teuer werden, da sie die Staatsgewalt verkörpern.

Gut zu wissen: Auch der Stinkefinger gegen das Objektiv einer Überwachungskamera ist strafbar. Laut Bayerischem Obersten Landesgericht wird dadurch der diensttuende Beamte, der hinter dem Monitor sitzt, beleidigt.

Mein Tipp: Da neben der Geldstrafe auch ein Eintrag im Führungszeugnis sowie ein Fahrverbot und 5 Punkte in Flensburg drohen, sollten Sie einen derartigen Vorwurf sehr ernst nehmen. Ein erfahrender Rechtsanwalt wird hier versuchen, für Sie eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Sie sollten daher sofort nach Erhalt eines Vernehmungsbogens der Polizei Kontakt zum Anwalt aufsuchen, bevor Sie sich um Kopf und Kragen reden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Adresse

EPLINIUS
Rechtsanwälte

Fachanwaltskanzlei


Am Silbergraben 22
14480 Potsdam
-Hauptbüro-


David-Gilly-Str. 1
14469 Potsdam
-Büro Bornstedt-



Tel.: 0331 / 231 801 -0
Fax: 0331 / 231 801 -10
Mail: kanzlei(at)eplinius.de

WhatsApp:0157/ 859 12 122