Kein Fahrverbot für rasenden werdenden Papa

VERKEHRSRECHT

Ein werdender Vater geriet am Steuer seines Fahrzeugs in Panik, als sich seine mitfahrende hochschwangere Freundin übergeben musste und die Wehen einsetzten. Er düste mit 51 km/h mehr als erlaubt über die Landstraße. Das drohende Fahrverbot konnte abgewehrt werden.

Für den Tempoverstoß erhielt der Fahrer einen Bußgeldbescheid über 150,- €, vier Punkte und einen Monat Fahrverbot. Er legte mit Hilfe seines Anwalts Einspruch ein und der Richter am Amtsgericht zeigte Verständnis. Der Fahrer habe „aus Furcht und Schrecken“ zwar „vollkommen kopflos“ gehandelt, aber dies sei keine beharrliche Pflichtverletzung, die unbedingt ein Fahrverbot rechtfertige. Der Temposünder kam mit einem erhöhtem Bußgeld von 250,- € und vier Punkten davon.

Auch in einem anderen Fall gelang es, das drohende Fahrverbot abzuwenden. Der betroffene Autofahrer konnte darlegen, dass er beruflich auf sein Fahrzeug angewiesen ist. Im Rahmen seiner betrieblichen Tätigkeit benötigt er als Leiter der Abteilung ständig sein Fahrzeug. Zu seinem Aufgabenbereich gehört es u. a., deutschlandweite Termine wahrzunehmen und Kunden vor Ort zu betreuen. Da auch keine Voreintragungen im Verkehrszentralregister vorhanden waren, hielt es das Gericht für vertretbar, vom Fahrverbot abzusehen.

Mein Tipp: Wenn ein Bußgeldbescheid droht, gehen Sie auf jeden Fall zum Verkehrsanwalt. Auch wenn Sie meinen, die Sache sei aussichtslos, kann dieser meist weiterhelfen. Er kennt die Fehlerquellen, etwa beim Geschwindigkeitsmessverfahren, Rotlichtüberwachungen oder Abstandsmessungen. Verkehrsanwälte erkennen formale Fehler der Behörden, die Bescheide unwirksam machen und kennen Möglichkeiten, mit denen zum Beispiel ein Führerscheinentzug noch vermieden werden kann.

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