Radfahrer: Helmpflicht bei sportlicher Fahrweise

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Ein Rennradfahrer ist verpflichtet, einen Helm zu tragen. Wird er in einen Unfall verwickelt und verletzt, kann der fehlende Helm dazu führen, dass die Haftung für ihn höher gesetzt wird, auch wenn er den Unfall nicht verursacht hat. Das berichten die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Verweis auf eine Entscheidung des OLG München.

Ein Radfahrer ohne Helm war mit seinem Rennrad vorfahrtsberechtigt auf einem als Geh- und Radweg gekennzeichneten Weg ungebremst und mit hoher Geschwindigkeit mit einem VW-Bus zusammengestoßen und verletzte sich erheblich, unter anderem am Kopf. Das OLG München entschied jedoch auf eine Haftungsquote für den Radfahrer von 40 Prozent.

Die Richter gaben an, dass der von dem Radfahrer benutzte Weg als Straße einzuordnen sei. Daher habe eine Vorfahrtsberechtigung für ihn bestanden, die der VW-Bus-Fahrer verletzt habe. Trotzdem sahen die Richter ein erhebliches Mitverschulden des Radlers: Weil er nicht sofort eindeutig habe entscheiden können, ob er sich auf einem Feldweg oder einer bevorrechtigten Straße befunden habe, hätte er eine strengere Sorgfaltspflicht gehabt. Darüber hinaus erhöhten die Richter die Haftungsquote des Radfahrers aber auch, weil er keinen Fahrradhelm getragen hatte. Bei einem Radler, der ein Rennrad mit Klickpedalen im freien Gelände benutze, spreche bereits der Anschein für eine „sportliche Fahrweise“. Diese Fahrweise verpflichte zum Tragen eines Schutzhelms. Da der Kläger neben zahlreichen schweren Verletzungen im Rumpfbereich auch Kopfverletzungen erlitten habe, könne man von einem ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Nichtbenutzen des Helms und den eingetretenen Kopfverletzungen ausgehen.

Mein Tipp: Grundsätzlich sollten Sie als Radfahrer immer einen Helm tragen – zu Ihrer Sicherheit und zur Vermeidung von Anspruchsverlusten. Haben Sie einen Unfall als Radfahrer erlitten, sollten Sie aufgrund der Kompliziertheit stets anwaltlichen Rat suchen. Die Kosten dafür trägt entweder die Versicherung des Verursachers oder Ihre Rechtsschutzversicherung!

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