Knutschen beim Fahren… Alleinige Schuld beim Unfall!

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Nicht nur das Fahren mit Alkohol kann im Falle eines strittigen Unfalls eine alleinige Haftung auslösen. Wer sich generell im Straßenverkehr ablenkt und sich dadurch ein grobes schuldhaftes Verhalten vorwerfen lassen muss, der kann als alleiniger Unfallverursacher haftbar gemacht werden.

So auch in einem neuen Urteil des Landgerichts Saarbrücken. In diesem Fall kam es zu einem tödlichen Frontalunfall, nachdem der Fahrer vorab seine Beifahrerin küsste. Zuvor musste der Mann bereits an einer Kreuzung durch Hupen auf die grün werdende Ampel hingewiesen werden, da er auf die gleiche Weise beschäftigt war. Anschließend kam es zu einem ersten „Fast“-Unfall, mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, welches jedoch noch ausweichen konnte. Der Fahrer küsste jedoch weiter und geriet erneut auf die Gegenfahrbahn, wobei es dann zum Unfall kam. Besonders tragisch: Die entgegenkommende Mutter eines neugeborenen Kindes kam dabei ums Leben. Der Vater und das Kind forderten schließlich von der Versicherung des Fahrers die monatliche Zahlung eines Haushaltsführungsschadens in Höhe von 1.200 Euro, der ihnen durch das Fehlen der Mutter entstand.

Dies wurde vom Gericht bestätigt. Obwohl eine Mitschuld der verstorbenen Frau bestand (sie war nicht angeschnallt), haftete der küssende Mann vollständig. Dies sei nicht nur dann gegeben, wenn ein alkoholisierter Verkehrsteilnehmer in einen Unfall verwickelt sei, auch sonstiges, gleich schwerwiegendes Fehlverhalten, könne zur alleinigen Haftung führen.

Mein Tipp:  Auch das Schreiben einer SMS während der Fahrt kann zu einer vollständigen Haftung nach einem Unfall führen…

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