Fester Halt in der Straßenbahn

VERKEHRSRECHT-Tips von Rechtsanwalt Mark EpliniusPotsdam,  Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Herr Eplinius, als häufiger Straßenbahnfahrer frage ich mich immer, wer eigentlich nach einem Sturz in der Bahn haftet? Manchmal kann ich mich nur mit Mühe beim Anfahren der Bahn irgendwo festhalten. Simone L., Potsdam

In der Regel bekommt ein Fahrgast keinen Schadensersatz, wenn er wegen eines ruckartigen Anfahrens der Straßenbahn hinfällt und sich dabei verletzt.

Dazu gibt es auch Gerichtsentscheidungen: In einem Fall stürzte ein älterer Herr aufgrund des Anfahrens der Straßenbahn und blieb verletzt liegen. Er klagte anschließend gegen den Straßenbahnführer und meinte, dieser hätte warten müssen, bis er einen Platz oder sicheren Halt gefunden hätte. In diesem Fall umso mehr, da er einseitig armamputiert war und der Straßenbahnfahrer dies sah.
Das Gericht hatte jedoch eine andere Ansicht: Der Fahrgast hatte nach dem Einsteigen ausreichend Zeit, sich einen Halt zu suchen. Auch kann der Straßenbahnfahrer nicht dafür verantwortlich sein, dass alle Fahrgäste sitzen oder sicher stehen. Dem Fahrer kann insofern kein Schuldvorwurf gemacht werden; auch nicht, wenn er ruckartig angefahren ist. Denn auch bei einem normalen Anfahren kann es zu ruckartige Bewegungen kommen.

Ausnahmen können jedoch gelten, wenn ein  Fahrgast gehbehindert oder blind sei. Eine solche Ausnahme lag hier aber nicht vor. Der Fahrgast konnte ohne Hilfe einsteigen und war in Begleitung seiner Ehefrau.

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