Fahrradunfall… Klingeln genügt nicht!

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Herr Eplinius, als Radfahrer habe ich oft das Problem, dass sich Fußgänger auf dem Radweg befinden und auch trotz klingeln nicht zur Seite gehen. Wer haftet hier eigentlich bei einer Kollision? Melanie K., Werder H.

Seien Sie als Radfahrer vorsichtig, weil unter Umständen das alleinige Klingeln nicht ausreicht. Das Kammergericht Berlin hat dazu ein entsprechendes Urteil gefällt:

Erkennt ein Radfahrer, dass auf einem Geh- und Radweg ein Fußgänger steht oder läuft, der ihn offenbar nicht bemerkt hat, reicht es nicht, wenn der Radfahrer im Abstand von etwa 6 Metern durch Klingeln auf sich aufmerksam macht. Er muss damit rechnen, dass der Fußgänger das Klingeln entweder gar nicht hört oder sich zum Ausweichen sogar in seine Richtung bewegt. Hat der Radfahrer trotz dieser unklaren Situation seine Geschwindigkeit nicht vermindert und kommen er oder der Fußgänger zu Schaden, haftet der Radfahrer selbst in Höhe von 80 Prozent. Hier wäre es notwendig gewesen, dass der Radfahrer seine Geschwindigkeit derart verringert, bis er sicher ist, dass ein problemloses Vorbeifahren möglich ist.

Mein Tipp: Bei sämtlichen Unfällen im Straßenverkehr sollten Sie nie versuchen, die Sache selbst zu regulieren. Bei den Versicherungen sind die Sachbearbeiter Juristen, die letztlich nur eines wollen: Ihnen als Geschädigter so wenig wie möglich zu bezahlen. Also lassen Sie sich helfen! Und die schuldige Versicherung muss Ihren Anwalt sogar bezahlen!

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