Angaben im Internet zum Autokauf verbindlich

VERKEHRSRECHT Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Herr Eplinius, bei Autoangeboten im Internet werden oft Angaben zu den Ausstattungen des Fahrzeuges gemacht. Sind diese Angaben dann auch verbindlich? Werner E., Teltow

Ja. So hat das Landgericht Karlsruhe entschieden, dass Sie sich als Käufer auf die Angaben des Anbieters beim Fahrzeugkauf im Internet verlassen können müssen. In dem zu entscheidenden  Fall kaufte ein Käufer online ein Auto, das laut Anzeige über ABS verfügte. Dieses ABS war jedoch tatsächlich nicht vorhanden und wurde auch im späteren Kaufvertrag nicht erwähnt. Trotzdem entschied das Gericht, dass die Internetangaben als „Beschaffenheitsvereinbarungen“ ausreichten. Die Internetangaben gehören zu der Beschaffenheitsvereinbarung, die meist jedem Vertrag zu Grunde gelegt wird. Dazu zählen alle Merkmale, die das Auto aufweisen muss, weil sie vorher vereinbart worden sind. Wenn ein solches vereinbartes Merkmal jedoch fehlt, ist dies als Sachmangel zu werten. Es kann dann Nacherfüllung verlangt werden, oder – wenn das nicht möglich ist vom Vertrag zurückgetreten werden. Begründet wird das Urteil damit, dass ein privater Kaufinteressent bei einer Probefahrt meist nicht feststellen kann, ob die Angaben korrekt sind. Er muss sich vielmehr auf die Angaben des Verkäufers verlassen können, da er selbst nicht über die nötige Sachkunde verfügt, um deren Richtigkeit überprüfen zu können. Der Kunde konnte im vorliegen Fall vom Kaufvertrag zurücktreten.


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