Mehr Rechte für Väter – das gemeinsame Sorgerecht

Familienrecht – Tipps von Rechtsanwältin  Melanie Kammel-Krasemann, Potsdam, Fachanwältin für Familienrecht

Vor zwei Jahren hat das höchste deutsche Gericht eine Grundsatzentscheidung getroffen, am 04.07.2012 hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zum Sorgerecht verabschiedet.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ledige Väter ein gemeinsames Sorgerecht auch gegen den Willen der Mutter durchsetzen können. Es sei mit der heutigen Zeit nicht mehr vereinbar, dass sorgewillige unverheiratete Väter zwar zur Zahlung von Kindesunterhalt herangezogen werden und womöglich auch der Mutter wegen der Betreuung des Kindes Unterhalt zahlen, aber über die Geschicke seines Kindes und dessen Erziehung nicht mitentscheiden dürfen. Ihm verbleibt nur das Recht auf Umgang mit dem Kind, sofern dieser Umgang als mit dem Kindeswohl in Einklang erachtet wird – so die Begründung des Bundeskabinetts.

Die Privilegierung der mütterlichen Position sei von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Öfter als bis dahin angenommen gehe es in der Frage väterlicher Mitsorge um mütterliche Machtspielchen statt ums Kindeswohl. Oftmals wurde als Begründung angegeben, man wolle die Alleinsorge behalten, um allein über die Angelegenheiten des Kindes entscheiden zu können, wolle sich also nicht mit dem Vater darauf verständigen müssen oder nichts mit dem Vater zu tun haben.

Dass persönliche Verletztheiten oder Bequemlichkeiten nicht den Ausschlag geben dürfen, wenn es um eine dem Kindeswohl dienende elterliche Sorge geht – genau dies war vom Bundesverfassungsgericht mit sofortiger Wirkung angeordnet worden und gilt als Übergangsregelung also schon seit 2010, bevor nun der Bundestag aufgerufen ist, das Sorgerecht für unverheiratete Väter neu zu regeln.

Das neue Leitbild ist das Wohl des Kindes in unserer verrückten Erwachsenenwelt, so die Bundesjustizministerin.

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