10 wichtige Urteile für Autofahrer: Nr.4 Riskantes Wenden

VERKEHRSRECHT-Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht

Wer sich zu einem Wendemanöver mit seinem Fahrzeug hinreißen lässt, geht meist ein doppeltes Risiko ein. Denn nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken trifft ihn im Falle eines Unfalls auf jeden Fall eine Mitschuld – und zwar auch dann, wenn das Wenden an dieser Stelle sogar erlaubt war und der Unfallgegner sich bei seinem Fahrverhalten auch nicht gerade toll verhalten hat.

Nach einem Bericht der Chip Communikations GmbH war in dem verhandelten Fall ein Autofahrer einem anderen nämlich einfach aufgefahren, nachdem beide zuvor an einer Ampel warteten. Nach Grünschaltung wollte der Vordermann direkt an der Ampel wenden, was er hier auch durfte. Er wurde dabei infolge Unaufmerksamkeit vom nachfolgenden Fahrzeug gerammt. Man kann hier durchaus verstehen, dass der Vordermann den gesamten Schaden ersetzt haben wollte, schließlich hatte der Hintermann den Sicherheitsabstand nicht eingehalten.

Doch das Gericht sah eine Mitschuld des Wendenden: Es käme nicht darauf an, ob ein bestimmtes Verhalten an einer Stelle tatsächlich verboten sei, sondern auch darauf, ob es an dieser Stelle eine eher ungewöhnliche Handlung ist. Der Autofahrer müsse dann sehr deutlich darauf hinweisen, dass er nicht zügig weiterfahren, sondern wenden wolle. Da er das nicht getan habe, müsse er 50 Prozent seines Schadens selbst bezahlen.

Mein Tipp: Beim Wenden sollten Sie besonders vorsichtig sein und sowohl den entgegenkommenden als auch den in Ihrer Richtung fahrenden Verkehr beachten. Sollte es eng werden, brechen Sie den Wendevorgang lieber ab. Anderenfalls riskieren Sie eine erhebliche Mitschuld bei einem Unfall. Im Zweifel fragen Sie einen spezialisierten Anwalt.

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