…wenn das Wasser spritzt, haftet der Autofahrer?

10 wichtige Urteile für Autofahrer   –   Nr.9:

VERKEHRSRECHT – Tipps von Rechtsanwalt Mark Eplinius, Potsdam, Fachanwalt für Verkehrsrecht

Nein, so ist es nicht. In einem Fall des Landgerichtes Itzehoe befuhr ein Fahrer mit seinem Pkw eine Straße, die zur selben Zeit auch von einem Fußgänger genutzt wurde. Durch das Befahren einer Pfütze sei eine kleine „Wasserfontaine“ auf den Fußgänger niedergegangen, wodurch die Kleidung beschmutzt wurde. Der Autofahrer hätte –so der Fußgänger– den Schaden durch Fahren im Schritttempo abwenden können.

Das Gericht sah dies jedoch anders. Den Autofahrer treffe kein Verschulden an der behaupteten Verunreinigung der Kleidung, da er nicht verpflichtet sei, Wasserlachen auf der Fahrbahn stets nur im Schritttempo zu durchfahren, wenn Fußgänger bespritzt werden könnten. Es bestehe vielmehr eine hohe Unfallgefahr, die durch das Abbremsen oder Langsamfahren für den nachfolgenden Verkehr begründet würde. Aber auch von einem Fahrzeug ohne Gefährdung des übrigen Verkehrs könne kein Fahren im Schritttempo verlangt werden, um ein Bespritzen von Fußgängern auszuschließen. Bei Regen müssten sonst ganze Ortschaften in Schrittgeschwindigkeit durchfahren werden, um eine Beeinträchtigung des Fußgängerverkehrs auszuschließen. Dies würde den Straßenverkehr unzumutbar beeinträchtigen.

Mein Tipp: Soweit Sie als Fußgänger damit rechnen können, bespritzt zu werden, sollten Sie lieber die Straßenseite wechseln…

Quelle: zehn.de

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